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Bilche

Schlafmaus gefunden: was jetzt zu tun ist

Siebenschläfer sitzt aufrecht und schaut in die Kamera

Bilche werden oft für Ratten oder Mäuse gehalten. Rufen Sie an, bevor Sie handeln.

Braucht dieser Bilch wirklich Hilfe?

Hilfsbedürftig sind folgende Tiere:

  • Katzen- und Hundeopfer, auch wenn sie augenscheinlich unverletzt sind
  • Tiere, die verletzt oder geschwächt gefunden wurden
  • Tiere, die eingesperrt waren, etwa in Keller oder Garage
  • Tiere, die in einem Teich oder einer Regentonne gefunden wurden
  • Tiere, die im Herbst oder Winter draußen gefunden werden, zum Beispiel im Holzstapel. Ob der Winterschlaf fortgesetzt werden kann, hängt vom Fundumstand und vom Zustand ab und muss beraten werden.
  • Jungtiere, die verletzt oder schwach sind oder bei denen eine Rückführung gescheitert ist

Wichtig: Suchen Sie bitte nach Geschwistertieren, die ebenfalls herumirren könnten.

Was Sie sofort tun sollten

  1. Sichern: Auf Eigenschutz achten, Handschuhe oder ein dickes Tuch zum Umfassen benutzen.
  2. Jungtiere warm halten, zum Beispiel in einer Jacke, einem Schal oder in der Hand.
  3. Anrufen: Nehmen Sie nach dem Fund Kontakt mit einer Wildtierauffangstation auf.
  4. Unterbringen: für erwachsene Tiere eine Kleintierbox, für Jungtiere ein gut schließender Karton mit Luftlöchern oder ein Kleinnagerkäfig mit engem Drahtabstand. Ein Handtuch zum Verkriechen hineinlegen.
  5. Wärme für Jungtiere: Wärmflasche oder PET-Flasche mit warmem Wasser, in ein Handtuch gewickelt. Langsam erwärmen und eine Ausweichmöglichkeit lassen.
  6. Ruhig stellen: Box bis zur Übergabe dunkel und ruhig abstellen, fern von Katzen, Hunden und Kindern.

Was Sie auf keinen Fall tun dürfen

Achtung

  • Niemals am Schwanz packen. Bilche haben wie Eichhörnchen Sollbruchstellen. Die Haut reißt ab, das Skelett liegt frei, und der Schwanz wächst nicht nach.
  • Kein Karton, Eimer oder Beutel als Dauerunterkunft. Bilche nagen sich durch oder springen heraus.
  • Kein Rotlicht. Es trocknet die Tiere sehr schnell aus, gerade wenn sie noch kein Fell haben.
  • Vorsicht vor Bissen. Erwachsene Bilche beißen kräftig zu.
  • Kein Wegbringen. Gartenschläfer und Haselmaus sind Einzelgänger mit festen Revieren. Ein Aussetzen an anderer Stelle kostet die Tiere das Leben.

Häufige Fragen

Was ist ein Bilch überhaupt?

Bilch heißt übersetzt Schlafmaus. Mit Mäusen haben Bilche jedoch nichts gemeinsam. Sie schlafen annähernd sieben Monate im Jahr, haben wie Eichhörnchen keinen Daumen, sondern nur einen Ansatz, sind dämmerungs- und nachtaktiv und haben im Gegensatz zu Ratten und Mäusen einen behaarten Schwanz.

Warum haben Bilche Sollbruchstellen am Schwanz?

Ähnlich wie Reptilien werfen sie den Schwanz zum Schutz vor Fressfeinden ab. Packt ein Greifvogel oder ein Fuchs den Schwanz, reißt er an der Sollbruchstelle. Anders als bei Reptilien wächst er nicht nach.

Der Siebenschläfer
Siebenschläfer, der größte heimische Bilch

Der Siebenschläfer ist der größte und verbreitetste Bilch in Deutschland. Mit 13 bis 20 cm Körperlänge und etwa derselben Schwanzlänge sowie 80 bis nahezu 200 g vor dem Winterschlaf ist er auch der schwerste.

Er lebt in Wohnräumen, Kellern, auf Dachböden, in Garagen und Nistkästen. Anders als Gartenschläfer und Haselmaus lebt er im Familienverband, von 12 bis 20 Tieren bis hin zu Verbänden von 80 und mehr. Auch Siebenschläfer sollten nicht weggebracht werden. Eine Beratung macht das Zusammenleben mit einigen Hilfsmitteln einfacher.

Der Gartenschläfer
Gartenschläfer mit der typischen schwarzen Gesichtsmaske

Der Gartenschläfer trägt eine deutliche schwarze Maske im Gesicht. Sein behaarter Schwanz endet in einem buschigen Pinsel mit schwarzer Spitze. Er wiegt um die 80 g, vor dem Winterschlaf meist 120 bis 150 g.

Er kommt nicht mehr überall in Deutschland vor. Im Hochsauerlandkreis gilt er als ausgerottet, im Olper Kreis gibt es noch vereinzelte Vorkommen, die geschützt werden müssen. Er ernährt sich von Obst, Beeren, Trauben und Blütennektar, dazu Insekten.

Die Haselmaus
Haselmaus, der kleinste heimische Bilch

Die Haselmaus ist unser kleinster Bilch, ausgewachsen etwa daumengroß und 15 g leicht. Zum Winterschlaf sollte sie mindestens 30 bis 45 g wiegen.

Ihr Vorkommen ist rückläufig. Im Hochsauerland kommt sie noch recht häufig vor, im Ruhrgebiet kaum noch. Sie lebt an Waldrändern und in Gärten mit Brombeeren, Erdbeeren, Vogelbeeren und Holunder und baut ihr Nest im Brombeerdickicht. Heckenschnitte von April bis Oktober sollten deshalb vermieden werden.