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Igel

Igel gefunden: was jetzt zu tun ist

Gesunder Igel mit gleichmäßig runder Körperform

Rufen Sie an, bevor Sie handeln. Am Telefon klären wir in wenigen Minuten, ob der Igel wirklich Hilfe braucht.

Braucht dieser Igel wirklich Hilfe?

Hilfsbedürftig sind folgende Igel:

  • verletzte Tiere
  • Tiere, die in Gruben, Lichtschächten oder Ähnlichem gefangen waren
  • kranke Tiere: sie laufen tagsüber ziellos herum, torkeln oder liegen, rollen sich kaum ein, sind mager (Einbuchtung hinter dem Kopf, herausstehende Hüftknochen), die Augen sind eingefallen und schlitzförmig
  • verwaiste Igelsäuglinge, die sich tagsüber außerhalb ihres Nestes befinden, noch geschlossene Augen und Ohren haben und sich möglicherweise kühl anfühlen
  • Igel, die im Winter tagsüber unterwegs sind oder nach beziehungsweise bei Dauerfrost und Schnee herumlaufen
  • Jungigel, die Anfang November mit einem Gewicht von deutlich unter 600 g draußen unterwegs sind

Wichtig: Suchen Sie bitte nach Geschwistertieren, die ebenfalls herumirren könnten.

Was Sie sofort tun sollten

  1. Bergen: Auf Eigenschutz achten. Benutzen Sie Handschuhe oder ein dickes Tuch zum Umfassen.
  2. Jungtiere warm halten, zum Beispiel in einer Jacke, einem Schal oder in der Hand.
  3. Anrufen: Nehmen Sie nach dem Fund Kontakt mit einer Wildtierauffangstation auf.
  4. Unterbringen: in einem Karton, einer Plastik- oder Transportbox, ausgelegt mit Zeitungspapier, Handtuch oder Küchenrolle, dazu ein kleiner Karton als Rückzug.
  5. Wärme für Jungtiere: Wärmflasche oder PET-Flasche mit warmem Wasser, in ein Handtuch gewickelt. Das Tier langsam erwärmen und ihm eine Ausweichmöglichkeit lassen, damit es sich von der Wärmequelle zurückziehen kann.
  6. Parasiten manuell entfernen: Flöhe, Zecken und Fliegeneier müssen umgehend von Hand entfernt werden. Geeignet sind Zeckenzange, Pinzette, Flohkamm oder eine saubere, unbenutzte Wimpernbürste.
  7. Ruhig stellen: Box oder Karton bis zur Übergabe dunkel und ruhig abstellen, immer fern von Katzen, Hunden und Kindern.
  8. Bei schweren Verletzungen muss das Tier einem wildtierkundigen Tierarzt vorgestellt werden.

Was Sie auf keinen Fall tun dürfen

Achtung

  • Kein Futter und kein Wasser geben. Auch keine Milch. Ein unterkühltes Tier kann nicht verdauen.
  • Keine Parasitenmittel und keine Spot-on-Präparate anwenden.
  • Kein Rotlicht. Es trocknet die Tiere sehr schnell aus, besonders Neugeborene.
  • Nicht schnell aufwärmen. Ein zu rasches Erwärmen weitet die Blutgefäße zu stark, der Kreislauf kann zusammenbrechen. Im Winter gefundene Igel über Stunden bei Raumtemperatur aufwärmen.
  • Keine gesunden Tiere mitnehmen. Nach § 44 BNatSchG ist es niemandem gestattet, gesunde wildlebende und geschützte Tiere aus der Natur zu entnehmen.
Vergleich: kranker Igel mit Hungerknick im Nacken neben gesundem Igel

Häufige Fragen

Wie erkenne ich, ob der Igel zu dünn ist?

Können Sie am Igel einen Nacken erkennen? Diese Einbuchtung nennt man Hungerknick. Ein gesunder Igel hat eine gleichmäßig runde Form.

Auch ausgewachsene Igel um 800 g können stark dehydriert sein und unter Nahrungsmangel leiden.

Wie alt ist ein Jungigel?

Der Zahnstand gibt Auskunft. Wenn Sie ein Igelkind finden, schauen Sie sich bitte den Zahnstand an und rufen Sie dann an. [INHALT FEHLT: Gewichtsgrenze für Jungigel im Nest, die alte Seite nennt an einer Stelle 130 g und an anderer Stelle 180 g. Bitte den fachlich richtigen Wert bestätigen.]

Igelkinder werden bis zum Ende der sechsten Lebenswoche gesäugt, auch wenn sie schon feste Nahrung aufnehmen. Jungigel sollten nicht allein unterwegs sein.

Was fressen Igel eigentlich?

Igel ernähren sich von Insekten wie Larven, Engerlingen, Käfern und Heuschrecken. Regenwürmer und Schnecken stehen nicht auf dem Speiseplan, sie sind Zwischenwirte verschiedener Innenparasiten. Bei Nahrungsmangel finden Igel jedoch oft nichts anderes. Das ist ein Grund dafür, dass immer mehr kranke Igel aufgegriffen werden.

Wo leben Igel?

Der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) ist in ganz Deutschland verbreitet. Früher lebte er auf dem Land, wo es reich strukturierte Lebensräume gab. Weil die Kulturlandschaft immer eintöniger wird, ist er heute häufiger in Siedlungen mit Gärten und Grünanlagen anzutreffen. In Städten kommen inzwischen bis zu neunmal so viele Igel vor wie auf dem Land.

Nach Einbruch der Dunkelheit durchstreifen Igel ihre Reviere auf der Suche nach Futter oder Unterschlupf und legen dabei in einer Nacht oft bis zu fünf Kilometer zurück. Weibchen haben meist kleinere Reviere.

Was sagt das Gesetz?

§ 44 BNatSchG: Es ist niemandem gestattet, gesunde wildlebende und geschützte Tiere aus der Natur zu entnehmen.

§ 45 Abs. 5 BNatSchG: Kranke und verletzte Tiere müssen in eine tierheimähnliche Einrichtung gegeben werden. Im Klartext: nicht selbst versuchen, sondern in eine Wildtierhilfe oder Igelstation bringen.

Sie sind unsicher? Rufen Sie lieber einmal zu viel an als einmal zu wenig.